Vielfalt und Antidiskriminierung 

Homofeindliche Gesänge, sexistische Diffamierungen, antiziganistische Sprüche, behindertenfeindliche Strukturen, transfeindliche Banner sowie Affenlaute als Beispiel für offenkundigen Rassismus im Stadion – die Historie von Diskriminierungen im Fußball geht weit zurück und die Liste ist lang: Sie reicht vom Platz über die Fankurven bis hin zu den VIP-Lounges, von den Sponsor*innen bis ins Innere der Vereine und Verbände.

Als der Fußball begann, sich Anfang der 1990 er Jahre mit Antidiskriminierung zu beschäftigen, waren es vor allem Fangruppen, Fanszenen und Zusammenschlüsse wie das Bündnis Aktiver Fußballfans BAFF, die das Thema Rassismus auf die Agenda gesetzt haben. Auch die Fanprojekte haben dazu beigetragen, Antidiskriminierungsarbeit im Fußball zu verankern. In den vergangenen Jahren ist viel passiert. Nicht nur die Bearbeitung von Vielfaltsthemen hat sich ausdifferenziert und weiterentwickelt, mittlerweile erkennen auch Vereine und Verbände ihre soziale Verantwortung immer mehr an und engagieren sich für ein vielfältigeres Stadion und einen vielfältigeren Fußball.

Die Arbeit gegen Diskriminierung und für Vielfalt ist seit Gründung der KoFaS gGmbH integraler Bestandteil unserer Arbeit. Dabei beschäftigen wir uns besonders (gern) mit Normzuständen und analysieren und beleuchten Strukturen, die zu Ausgrenzung führen und die Vielfalt im Fußball tendenziell verhindern. Ein thematischer Schwerpunkt unserer Arbeit lag dabei immer auf den Vielfaltsdimensionen Geschlecht und sexuelle Orientierung. In den Modellprojekten ‚Kicks für Alle! Fußball. Fanszenen. Geschlechtervielfalt.’ und ‚Vielfalt im Stadion – Zugang, Schutz und Teilhabe!’ standen die vorherrschende Männlichkeitsnorm im Fußball und daraus folgende Ausschlussphänomene wie Sexismus und Queerfeindlichkeit im Mittelpunkt.

Wir verstehen unsere Arbeit als Lernfeld, in dem wir uns auch selbst weiterentwickeln. Dazu gehören für uns interne Reflexionsprozesse darüber, wie wir als Team und persönlich positioniert sind. Mit welchen Privilegien sind wir gesellschaftlich und im Kontext Fußball ausgestattet und welche Marginalisierungserfahrungen bringen wir selbst mit? Wir sind davon überzeugt, dass die Grundlage einer nachhaltigen und effektiven Antidiskriminierungsarbeit bei der eigenen Person beginnt.

Mit Vereinen, Verbänden, Fanprojekten und auch Fans arbeiten wir daran, die Strukturen im Fußball nachhaltig so zu gestalten, dass noch viel mehr Menschen Zugang zum Fußball haben – sei es als Fans im Stadion oder in den Geschäftsstellen der Vereine. Verbände und Vereine gehören neben staatlichen Institutionen zu unseren Auftraggeber*innen wie auch zu unseren Zielgruppen.